Die E-Busse der KVB
Presseinformationen und Fachbeiträge

KVB wirbt bei Bundesministerin Hendricks

für eine weitere Förderung der E-Mobilität

 
Testphase der Kölner E-Busse für Linie 133 beginnt


Die Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) und weitere Verkehrsunternehmen haben bei Bundesumweltministerin Dr. Barbara Hendricks für eine Fortsetzung der Förderung von E-Mobilitätsprojekten im Busverkehr geworben. Heute fand bei der KVB ein Erfahrungs-austausch zwischen Verkehrsunternehmen, die Projekte zur E-Mobilität durchführen, statt. An diesem Austausch nahmen neben Hendricks auch Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker, der Vorstandsvorsitzende der RheinEnergie, Dr. Dieter Steinkamp, sowie Experten aus Industrieunternehmen, Hochschulen und Verbänden teil. Die KVB und die weiteren Unternehmen werben für eine Fortführung der finanziellen Förderung, um den Erwerb von vollelektrischen Bussen preiswerter zu machen und hierdurch zukünftig die E-Mobilität im Busverkehr etablieren zu können. Im Bereich des Schienen-verkehrs sind die Unternehmen bereits seit über 100 Jahren e-mobil.

Das Bundesumweltministerium unterstützt schon seit längerem die Stärkung des ÖPNV und damit den Umstieg vom Pkw auf Busse und Bahnen, da dies in erheblichem Maße zur Senkung der örtlichen Belastungen beiträgt. In diesem Zusammenhang kommt auch der E-Mobilität im öffentlichen Nahverkehr eine besondere Bedeutung zu.

E-Mobilität bedeutet, dass lokal keine Schadstoffe und kein Kohlendioxid (CO2) als Abgase ausgestoßen werden. Gerade in den Großstädten werden häufig noch die Grenzwerte zum Beispiel für Stickoxide (NOx) und Feinstaub überschritten. Das klima-schädliche CO2 trägt zur Erderwärmung und somit zum Klimawandel bei.

Jürgen Fenske, Vorstandsvorsitzender der KVB: „Wir werden im Dezember des Jahres die Kölner Bus-Linie 133 auf den Betrieb mit acht E-Bussen umstellen. Die täglich rund 9.000 Fahrgäste haben dann auf dieser Linie eine noch bessere Möglichkeit, klima- und umweltfreundlich mobil zu sein. Voraussetzung hierfür ist jedoch, dass die Fahrzeuge und die Ladeinfrastruktur zuverlässig funktionieren.“

Die Investition für die Linie 133 war nur möglich, weil das Land Nordrhein-Westfalen mit einer Förderung von 1,92 Millionen Euro und die KVB mit 1,25 Millionen Euro die Mehrkosten im Vergleich zu herkömmlichen Dieselbussen ausgeglichen haben.

Fenske, der auch VDV-Präsident ist: „Wir sind dem Land NRW sehr dankbar für seine Unterstützung. Derzeit kostet ein E-Bus in der Anschaffung etwa 700.000 Euro und damit mindestens doppelt so viel wie ein Dieselbus.“

Die Einführung der E-Mobilität im Busverkehr befindet sich noch am Anfang. Im Technologietransfer müssen Fahrzeugtechnik und Ladeinfrastruktur auf die betrieblichen Anforderungen im Stadtverkehr abgestimmt werden. Es bedarf einer Standardisierung, um Serienreife zu erreichen. Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) sieht deshalb eine weitere Förderung dieser noch relativ jungen Technologie durch die öffentliche Hand als dringend geboten, um eine relevante Stückzahl von E-Bussen bis zum Jahr 2020 bundesweit im Einsatz bzw. im Testbetrieb zu haben.

Testphase der Kölner E-Busse für Linie 133 beginnt

In diesen Tagen beginnt die Testphase der KVB mit ihren E-Bussen. Die Kölner werden deshalb ab jetzt regelmäßig einen oder mehrere dieser Fahrzeuge im Stadtbild sehen. Genauso wie in der Konstruktions- und Herstellungsphase arbeitet die KVB hier eng im Rahmen der Entwicklungspartnerschaft mit dem Hersteller VDL Bus & Coach, dessen Zulieferern sowie der RheinEnergie zusammen.

Jörn Schwarze, Vorstand Technik der KVB: „Entwicklungspartnerschaften wie die unseres E-Bus-Projektes sind immer spannend, weil am Anfang die Herausforderungen nur zu erahnen sind. Nur in der guten Zusammenarbeit zwischen Herstellern und Betreibern können solch hoch innovative Produkte im Technologietransfer marktreif gemacht werden.“

Zunächst wird jeder der acht E-Busse auf seine technische Verfügbarkeit getestet. Da die E-Busse eine Neukonstruktion darstellen, können Herstellungsmängel nicht ausgeschlossen werden. Genauso muss die Ladeinfrastruktur an den Endhalte-stellen der Linie 133 in der Goldgasse am Breslauer Platz sowie am Südfriedhof Zollstock getestet werden. Die Ladeinfrastruktur, bestehend aus Unterwerken und Lademasten, befindet sich derzeit im Aufbau.

Die RheinEnergie ist ein wesentlicher Partner im E-Bus-Projekt der KVB. Die Konzern-schwester der KVB hat den Aufbau und den Betrieb der Ladeinfrastruktur zur Versorgung der E-Busse mit elektrischer Energie übernommen. Das Projekt ist der Einstieg der RheinEnergie in die DC-Schnellladetechnik mit Leistungen von 50 bis 240 Kilo-Watt (kW).

Auf dem Betriebshof Nord der KVB werden die Batterien der E-Busse über Nacht per Kabel und mittels Combo-2-Stecker vollständig aufgeladen. Hier reicht eine Lade-leistung von 50 kW. An den Endhaltestellen fahren die Busse unter die dort befindlichen Lademasten. Der Pantograph des Busses wird per Knopfdruck ausgefahren und verbin-det sich automatisch mit der Ladehaube, über deren Kontakte eine DC-Schnellladung mit einer Ladeleistung von bis zu 240 kW erfolgt. An den Endhaltestellen stehen den E-Bussen jeweils nur wenige Minuten für die Nachladung zur Verfügung. Für eine Vollladung der Batterien reicht diese Zeit allerdings nicht aus. Diese erfolgt erst wieder in der darauf folgenden Nacht auf dem Betriebshof Nord der KVB. Im Tagesverlauf sollen die Batterien um nicht mehr als 30 Prozent entladen werden. Anderenfalls würden sie ihre maximale Kapazität verlieren.

Im weiteren Verlauf der Testphase werden die ersten E-Busse auf den Linienweg geschickt, um das Anfahren der Lademasten zu üben. Im Folgenden wird dann die Anzahl der E-Busse auf der Linie sukzessive erhöht. Hierbei trainiert die KVB-Leitstelle die logistischen Abläufe und den Umgang mit betrieblichen Störungen, um möglichst immer die fahrplanmäßige Abfahrt nach erfolgter Ladung an den Endhaltestellen sicherzustellen.

Spannend wird hierbei sein, wie diese Abläufe mit den Betriebsbedingungen auf der Linie 133 zu vereinbaren sind. Aufgrund des dichten Innenstadtverkehrs kommen derzeit in der Hauptverkehrszeit etwa 75 Prozent aller Busse auf der Linie 133 verspätet an den Endhaltestellen an, 23 Prozent haben dabei eine Verspätung von mehr als fünf Minuten. Für den Ladeprozess müssen jedoch mindestens sechs Minuten veranschlagt werden und die E-Busse dürfen maximal eine Endhaltestelle ohne Nachladung passieren, um nicht mehr als 30 Prozent entladen zu werden.

Am Ende soll die technische Verfügbarkeit jedes einzelnen der acht E-Busse und jeder Ladestation gesichert sein. Zudem ist dann der betriebliche Umgang mit Störungen auf der Linie geübt und routiniert.



Nächster Meilenstein erreicht:
VDL übergibt ersten E-Bus an KVB

Die Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) stellen die Bus-Linie 133 zum Fahrplanwechsel im Dezember 2016 auf den Betrieb mit vollelektrischen Gelenkbussen um. Hierzu hat die KVB beim niederländischen Hersteller VDL Bus & Coach bv im Juli des vergangenen Jahres insgesamt acht batteriebetriebene Gelenkbusse bestellt. Das Land Nordrhein-Westfalen fördert die Investition mit insgesamt 1,92 Millionen Euro. Der erste E-Bus wurde heute durch den Hersteller VDL offiziell an die KVB übergeben. Die weiteren sieben E-Busse erreichen die KVB in den nächsten Wochen.

Jürgen Fenske, Vorstandsvorsitzender der KVB: „Mit der Auslieferung des ersten E-Busses ist die nächste wichtige Etappe auf dem Weg zur ersten Elektrobus-Linie in Köln erreicht. Ab Dezember 2016 fahren rund 9.000 Fahrgäste auf der Linie 133 täglich CO2- und abgasfrei. Diese Investition war jedoch nur möglich, weil das Land Nordrhein-Westfalen mit einer Förderung von 1,92 Millionen Euro und die KVB mit 1,25 Millionen Euro die Mehrkosten im Vergleich zu herkömmlichen Dieselbussen ausgeglichen haben.“

Der Erwerb der acht E-Busse kostet 5,6 Millionen Euro. Ein batteriebetriebener Gelenkbus kostet 696.000 Euro; ein herkömmlicher Gelenkbus mit Dieselantrieb rund 300.000 Euro. Hinzu kommen Kosten zur Anpassung der Infrastruktur in der Werkstatt und wissenschaftliche Beraterleistung.

„Elektromobilität ist die Zukunft“, sagte NRW-Verkehrsminister Michael Groschek. „Das Geld, das das Land in dieses Projekt investiert, ist gut angelegt.“ Die KVB selbst übernehme 70 Prozent der Kosten. „Durch die Innovationsfreude der KVB werden die Bürgerinnen und Bürger von der Alltagstauglichkeit von Elektroantrieben überzeugt und andere Verkehrsunternehmen motiviert, ebenfalls in solche Antriebe zu investie-ren“, so der Minister. Diese Entwicklung sei ein wichtiger Beitrag zur Senkung der Feinstaub- und CO2-Emissionen in Städten sowie der Lärmbelästigung durch Dieselmotoren.

Die KVB ist das erste Unternehmen, das eine bestehende Linie komplett auf den Verkehr mit batteriebetriebenen Gelenkbussen umstellt. Mit dem E-Bus-Projekt gewinnen die KVB und der Hersteller VDL wichtige Erkenntnisse für die Weiterentwicklung der Fahrzeugtechnik, der Ladetechnik in der Werkstatt und auf der Strecke sowie in der Wartung der Fahrzeuge. Diese Erkenntnisse sollen dazu beitragen, die Zukunfts-technologie serientauglich und somit wirtschaftlich zu machen.

Jörn Schwarze, Vorstand Technik der KVB: „Bevor wir die E-Busse in den Fahrgastbetrieb bringen, werden wir die Verfügbarkeit der Fahrzeuge sicherstellen. Zudem müssen die betrieblichen Bedingungen getestet und ggf. verändert werden. Die E-Busse müssen an die Ladestationen herankommen und dürfen nicht bei maximalem Stromverbrauch zu lange im Stau aufgehalten werden. Anderenfalls werden die Ladezeiten an den Endhaltestellen zu lang. Deshalb werden die Menschen in Köln in der Testphase ab Januar 2016 immer wieder E-Busse im Stadtbild sehen, mal einen, mal alle acht.“

Die batteriebetriebenen, 18 Meter langen Gelenkbusse bieten den Fahrgästen, genauso wie die konventionellen Gelenkbusse des Unternehmens, 48 Sitz- und 110 Stehplätze. Sie besitzen drei Türen und sind durchgängig barrierefrei. Für den Fahrgast besteht kein Unterschied in der Nutzung der Busse. Die E-Busse des Herstellers VDL Bus & Coach werden im Stadtbild jedoch durch ihr Außendesign auffallen.

Der Einsatz der E-Busse auf der Linie 133 reduziert CO2-Emissionen im Umfang von etwa 520 Tonnen jährlich, die beim Dieselbetrieb entstehen. Hierfür wird Ökostrom der RheinEnergie AG bezogen. Zudem fahren die E-Busse komplett ohne Ausstoß von Schwefeldioxid, Stickoxiden, Feinstäuben und weiteren Schadstoffen. Nicht zuletzt sind die E-Busse wesentlich leiser als Dieselbusse und bieten den Fahrgästen somit einen noch größeren Fahrkomfort.

Die RheinEnergie ist ein wesentlicher Partner im E-Bus-Projekt. Die Konzernschwester der KVB hat den Aufbau und den Betrieb der Ladeinfrastruktur zur Versorgung der E-Busse mit elektrischer Energie übernommen. In diesen Monaten baut die RheinEnergie zusammen mit dem niederländischen Unternehmen Heliox bv an den Endhaltestellen „Breslauer Platz“ (Goldgasse) und „Zollstock Südfriedhof“ insgesamt drei Lademasten zur Zwischenladung der E-Busse auf. An den Endhaltestellen werden die E-Busse nach ihrer Ankunft jeweils mit einer Ladeleistung von bis zu 240 Kilowatt (kW) zwischengeladen. Die Busse verfügen über einen ausfahrbaren Stromabnehmer des Unternehmens Schunk, der an der Ladehaube des Lademastens andockt.

Während in der Goldgasse ein Lademast errichtet wird, entstehen in Zollstock sogar zwei Lademasten, um die Flexibilität des E-Bus-Betriebs zu erhöhen. Während des täglichen Liniendienstes stehen den E-Bussen in der Regel nur wenige Minuten zur Zwischenladung zur Verfügung, so dass die Batterien mit einer Kapazität von über 100 Kilowattstunden (kWh) in der Regel nicht vollständig nachgeladen werden. Das hieraus über den Tag entstehende, für den regulären Betrieb aber unbedenkliche Energiedefizit kann erst in den nächtlichen Betriebspausen wieder ausgeglichen werden. Hierzu entstehen auf dem Betriebshof Nord der KVB derzeit acht Ladestationen, an denen über Nacht die vollständige Wiederaufladung der Batterien mit einer Ladeleistung von bis zu 50 kW erfolgen wird.

Lieferant der Batterien ist das Darmstädter Unternehmen Akasol. Die Hochleistungs-Batteriesysteme auf Li-Ionen-Basis ermöglichen E-Mobilität ohne unterstützenden Dieselmotor und ohne einen kontinuierlichen Anschluss an eine Oberleitung. Die Batterien können 7.000 Mal vollständig entladen und wieder geladen werden. Im täglichen Betrieb werden die Batterien jedoch nicht vollständig entladen, so dass die Lebensdauer der Batterien im Normalfall nicht unter der der E-Busse liegt.

Die Übersicht über das E-Bus-Projekt der KVB zeigt, dass die Einführung der Elektromobilität im Busbetrieb nicht vergleichbar ist mit der Beschaffung neuer konventioneller Fahrzeuge. In der Zusammenarbeit mit den Projektpartnern wird die KVB ihren Umweltvorteil ausbauen und weiterhin ein aktiver Partner der Stadt Köln, des Landes NRW und der Bundesrepublik im Klima- und Umweltschutz sein.



UITP Weltkongress:
VDL Bus & Coach stellt ersten E-Bus für KVB vor


Im Rahmen des Weltkongresses der UITP, dem internationalen Verband des öffentlichen Verkehrswesens, in Mailand hat VDL Bus & Coach bv den ersten vollelektrischen Gelenkbus vorgestellt, der zu einem KVB-Auftrag von insgesamt acht E-Bussen gehört. Im Oktober wird der Hersteller diesen Bus des Typs Citea SLFA Electric an die KVB ausliefern. Wenige Wochen später folgen die weiteren sieben Busse.

Die erste Resonanz in Mailand war überaus positiv. VDL und KVB verzeichneten zahlreiche Besuche interessierter Unternehmen aus dem In- und Ausland. Jörn Schwarze, Vorstand Technik der KVB: „Wir sind stolz darauf, dass unser E-Bus Nr. 1 der interessanteste Gegenstand der UITP-Ausstellung in Mailand war. Verkehrsunternehmen von Stuttgart bis Moskau kamen, um unsere Lösung für den Klimaschutz im Busverkehr zu sehen. Sie sahen: Klimaschutz ist machbar.“

Bereits auf den ersten Blick fällt das futuristische Design auf, das sich vor allem in der schräg nach hinten verlaufenden Windschutzscheibe und der charakteristischen Dach- und Seitenlinie äußert. Im Inneren des Busses findet der Fahrgast eine ähnliche Einrichtung wieder, wie sie aus den jüngeren Dieselbussen der KVB-Flotte bekannt ist. Der E-Bus bietet den Fahrgästen 48 Sitz- und 110 Stehplätze. Er besitzt drei Türen und ist durchgängig barrierefrei.

Die E-Busse erhalten ihre Antriebsenergie aus jeweils zwei elektrischen Batterien, die an den Endhaltestellen in einem Schnellladesystem mit 250 kW nachgeladen werden. Auf dem Dach ist ein Pantograf platziert, der an den Ladestationen ausgefahren wird. Der Ladevorgang dauert ca. 5 bis 10 Minuten. Nachts werden die Busse auf dem Betriebshof Nord der KVB vollständig aufgeladen.

Die KVB stellt zum Fahrplanwechsel 2016 die Bus-Linie 133 auf den Betrieb mit E-Bussen um. Hierzu unterzeichnete die KVB am 11. Juli 2014 mit dem Hersteller VDL Bus & Coach den Vertrag über die Lieferung von acht E-Bussen. Am 12. August 2014 übergab Michael Groschek, Minister für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen, der KVB den Bescheid zur Förderung dieser Investition.

Ein batteriebetriebener Gelenkbus kostet 696.000 Euro; ein herkömmlicher Gelenkbus mit Dieselantrieb rund 300.000 Euro. Das Land NRW fördert die Beschaffung der E-Busse mit 1,92 Mio. Euro, um die Entwicklung der E-Mobilität zu beschleunigen. Derzeit kann diese Zukunftstechnologie noch nicht wirtschaftlich sein. Allein an den hohen Investitionskosten für den Erwerb von Bussen würde sie scheitern. Zukünftig wird E-Mobilität benötigt, um die Abhängigkeit von der Preisentwicklung an den Ölmärkten zu mindern und um eine neue Dimension des Klima- und Umweltschutzes zu erreichen. Schwarze: „Ohne die Landesförderung könnten wir das ehrgeizige E-Bus-Projekt nicht realisieren. Deshalb gilt unser besonderer Dank der Landesregierung.“

Die KVB ist das erste Unternehmen, das eine Linie komplett auf den Verkehr mit batteriebetriebenen Gelenkbussen umstellt. Mit ihrem E-Bus-Projekt gewinnen KVB und VDL wichtige Erkenntnisse für die Weiterentwicklung der Fahrzeugtechnik, der Ladetechnik in der Werkstatt und auf der Strecke sowie in der Wartung der Fahrzeuge. Diese Erkenntnisse sollen dazu beitragen, die Zukunftstechnologie serientauglich und somit wirtschaftlich zu machen. Der Einsatz der E-Busse auf der Linie 133 reduziert CO2-Emissionen im Umfang von etwa 520 Tonnen jährlich. Der Strom stammt zu 100 Prozent aus regenerativen Energiequellen.



Förderung durch NRW:
Minister Groschek übergibt Zuwendungsbescheid
über 1,92 Mio. Euro für E-Busse der KVB


Michael Groschek, Minister für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen, hat der KVB heute den Bescheid zur Förderung der Investition in acht batteriebetriebene E-Busse übergeben. Die batteriebetriebenen, 18 Meter langen, Gelenkbusse werden im Sommer und Herbst 2015 geliefert und sollen dann auf ihren Einsatz auf der KVB-Linie 133 vorbereitet und getestet werden. Die Aufnahme des Fahrgastbetriebes ist dann zum Fahrplanwechsel im Dezember 2016 vorgesehen. Der Erwerb der acht E-Busse kostet rund sechs Millionen Euro. Ein batteriebetriebener Gelenkbus kostet 696.000 Euro; ein herkömmlicher Gelenkbus mit Dieselantrieb rund 300.000 Euro. Das Land NRW fördert die Beschaffung der E-Busse mit 1,92 Mio. Euro.

Verkehrsminister Michael Groschek: „Das Land Nordrhein-Westfalen fördert die Investition der KVB in E-Busse, um die Entwicklung der E-Mobilität zu beschleunigen. Heute kann diese Zukunftstechnologie noch nicht wirtschaftlich sein. Allein an den hohen Investitionskosten für den Erwerb von Bussen würde sie scheitern. Doch zukünftig wird E-Mobilität benötigt, um die Abhängigkeit von der Preisentwicklung an den Ölmärkten zu mindern und um eine neue Dimension des Klima- und Umweltschutzes zu erreichen.“

Jürgen Fenske, Vorstandsvorsitzender der KVB: „Wir bedanken uns beim Land NRW für die Förderung. Ohne die Landesförderung könnten wir das ehrgeizige E-Bus-Projekt nicht realisieren. Mit der Landesförderung decken wir einen Teil der erheblichen Mehrkosten von 3,2 Mio. Euro durch die Beschaffung von E- statt Dieselbussen. Damit verbleibt bei der KVB ein Betrag von 1,3 Mio. für die Busbeschaffung und rund 0,5 Mio. für die Anpassung der Werkstattinfrastruktur und einer wissenschaftlichen Begleitung.“

Die KVB ist das erste Unternehmen, das eine Linie komplett auf den Verkehr mit batteriebetriebenen Gelenkbussen umstellt. Mit dem E-Bus-Projekt gewinnen die KVB und der Hersteller VDL Bus & Coach wichtige Erkenntnisse für die Weiterentwicklung der Fahrzeugtechnik, der Ladetechnik in der Werkstatt und auf der Strecke sowie in der Wartung der Fahrzeuge. Diese Erkenntnisse sollen dazu beitragen, die Zukunftstechnologie serientauglich und somit wirtschaftlich zu machen.

Der Einsatz der E-Busse auf der Linie 133 reduziert CO2-Emissionen im Umfang von etwa 520 Tonnen jährlich. Der Strom stammt zu 100 Prozent aus regenerativen Energiequellen.

Neben den ökologischen Aspekten hat die KVB auch wirtschaftliche Überlegungen:

Im Jahr 2005 wendete die KVB je 1.000 Liter Diesel noch 850 Euro auf und im Jahr 2010 bereits 950 Euro; im Jahr 2013 kosteten 1.000 Liter Diesel inzwischen 1.095 Euro. Alle Experten geben langfristig aufgrund zurückgehender bzw. nur noch aufwändig erschließbarer Rohölquellen von einem deutlich steigenden Dieselpreis aus.

Die Klimaschutzprogramme von Bund, Ländern und Gemeinden basieren auf einem attraktiven ÖPNV, um Kfz-Fahrten zu vermeiden. Die KVB hat das Ziel, ihren bestehenden Umweltvorteil auszubauen und ihre aktive Rolle als Partner der Stadt Köln im Klima- und Umweltschutz weiter auszufüllen. Neben der Reduzierung des Co2-Ausstoßes gilt es auch, die Emission von Schwefeldioxid, Stickoxiden, Rußpartikeln und anderen Schadstoffen zu vermeiden.

Zugleich gilt es, den ÖPNV kundenorientiert zu gestalten. Die E-Busse der KVB bieten den Fahrgästen, genauso wie die konventionellen Gelenkbusse des Unternehmens, 48 Sitz- und 110 Stehplätze. Sie besitzen drei Türen und sind durchgängig barrierefrei. Für den Fahrgast besteht kein Unterschied in der Nutzung der Busse. Die E-Busse des Herstellers VDL Bus & Coach werden im Stadtbild jedoch durch ihr Außendesign auffallen.

Dr. Wilhelm Schmidt-Freitag, Geschäftsführer der Nahverkehr Rheinland GmbH (NVR), verdeutlicht die Herausforderung: „Die Verkehrsunternehmen sehen sich gefordert, die Qualität des ÖPNV zu sichern und nach Möglichkeit zu steigern, den sich ändernden Altersstrukturen der Gesellschaft gerecht zu werden und zugleich einen starken Beitrag für den Klima- und Umweltschutz zu leisten. Die Herausforderung können die Unternehmen nicht allein aus eigener Kasse bezahlen. Es ist deshalb dringend notwendig, die Finanzierungsinstrumente des ÖPNV zu sichern. Der Bund ist gefordert, ausreichend Mittel zur Verfügung zu stellen, damit Investitionen wie die der KVB Realität werden können.“

Der Einsatz der E-Busse auf der Linie 133 (Breslauer Platz / Hbf – Zollstock) eignet sich besonders für den ersten Schritt der E-Mobilität im Kölner Busverkehr. Hier treffen die hohen Anforderungen des Verkehrs in der City mit denen des Innenstadtrandes zusammen. Mit einem Linienweg von etwa sieben Kilometern je Fahrtrichtung und 13 Haltestellen können auf der Linie 133 wertvolle Erfahrungen gewonnen werden. In der werktäglichen Hauptverkehrszeit werden alle acht E-Busse voraussichtlich ab dem Fahrplanwechsel 2016/17 gleichzeitig auf der Linie 133 im Einsatz sein.

Ein wesentlicher Meilenstein der E-Mobilität ist die Entwicklung einsatzfähiger Batterien, die schnell aufladbar sein müssen, ausreichend Kapazität aufweisen und dabei keinen zu großen Umfang und kein zu großes Gewicht besitzen dürfen. VDL setzt Batterien des spanischen Herstellers Valence ein. Die Batterien wiegen etwa 2,5 Tonnen, bei einem Gesamtgewicht des Gelenkbusses von 18 Tonnen. Diese Batterien sind positiv erprobt.

Die Batterien dürfen jeweils nur um etwa 15 Prozent entladen werden, um ihre Lebensleistung zu erhalten. Das ermöglichen Ladestationen an den Endhaltstellen der Linie 133.

Die KVB hat sich auf das ehrgeizige Projekt lange vorbereitet, mit der heutigen Übergabe des Zuwendungsbescheides ist ein weiterer Meilenstein gesetzt.



Vertragsunterzeichnung:
KVB erwirbt acht E-Busse des Herstellers VDL

Die Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) haben heute den Kaufvertrag über acht Elek-trobusse des Herstellers VDL Bus & Coach unterzeichnet. Die batterie-betriebenen, 18 Meter langen, Gelenkbusse werden im Sommer und Herbst 2015 geliefert und sollen dann auf der KVB-Linie 133 eingesetzt werden. Für den Erwerb der Busse, die Anpassung der Infrastruktur in der Buswerkstatt und die wissenschaftliche Beraterleistung wendet die KVB etwa sechs Millionen Euro auf, von denen ein Teil durch das Land Nordrhein-Westfalen gefördert werden wird. Die KVB ist eines der ersten Verkehrsunternehmen in Deutschland, die E-Mobilität im Betrieb einer gesamten Linie einführen. Und sie ist das erste Unternehmen, das batterie-betriebene Gelenk-busse einsetzt.

Die E-Busse bieten, genauso wie die konventionellen Gelenkbusse der KVB, den Fahrgästen 48 Sitz- und 110 Stehplätze. Sie besitzen drei Türen und sind durchgängig barrierefrei. Für den Fahrgast besteht kein Unterschied in der Nutzung der Busse. Im Stadtbild fallen VDL-Busse jedoch durch ihr typisches Außendesign auf, das sich von den Bussen anderer Hersteller unterscheidet.

E-Mobilität ist eine wesentliche Entwicklung im ÖPNV. Im Busbetrieb werden elektrische Antriebe zukünftig den Antrieb auf Dieselbasis ablösen. Hierfür bestehen verschiedene Gründe: Durch die weltweit steigende Nachfrage nach Kraftstoffen auf Rohölbasis steigt der Preis des Diesels kontinuierlich an. Im Jahr 2013 wendete die KVB durch-schnittlich 1.095 Euro je 1.000 Liter Diesel auf. In 2005 waren es noch durchschnittlich 850 Euro, im Jahr 2010 950 Euro. Ziel der KVB ist es, die Verkehrsleistung von der Dieselpreis-Entwicklung zu entkoppeln, um noch wirtschaftlicher arbeiten zu können. Zudem erwartet die KVB sinkende Instandhaltungskosten ihrer Busflotte, da bei vollelektrischen Antrieben zum Beispiel die aufwändige Wartung der Technik zur Abgas-nachbehandlung entfällt.

Des Weiteren ist E-Mobilität im Busverkehr ein wesentlicher Lösungsansatz für die Aufgaben des Klima- und Umweltschutzes. Die zunehmende Emission des Treibhaus-gases Kohlendioxid (CO2) geht vor allem auch auf die Verkehrszunahme, insbesondere des motorisierten Individualverkehrs, zurück. Die Klimaschutzprogramme von Bund und Ländern basieren auf einem attraktiven ÖPNV, um Kfz-Fahrten zu vermeiden. Die KVB hat das Ziel, ihren bestehenden Umweltvorteil auszubauen und ihre aktive Rolle als starker Partner der Stadt Köln im Klima- und Umweltschutz weiter auszufüllen. Durch den Einsatz der acht batterie-betriebenen Gelenkbusse reduziert die KVB CO2-Emissionen im Umfang von etwa 520 Tonnen jährlich, indem kein Dieselkraftstoff mehr verbrannt wird. Der Ausstoß von Schwefeldioxid, Stickoxiden, Russpartikeln und anderen Schadstoffen aus den E-Bussen entfällt.

Die Einführung von E-Mobilität im Busbetrieb beschreibt einen innovativen Entwick-lungsweg, der erst mittel- bis langfristig große Anteile an den ÖPNV-Busflotten erreichen wird. Ein wesentlicher Meilenstein ist die Entwicklung einsatzfähiger Batterien, die schnell aufladbar sein müssen, ausreichend Kapazität aufweisen und dabei keinen zu großen Umfang und kein zu großes Gewicht besitzen dürfen. Der Hersteller VDL setzt in den E-Bussen der KVB Batterien des Herstellers Valence ein, mit denen positive Erfahrungen bestehen. Diese Batterien wiegen etwa 2,5 Tonnen, bei einem Gesamt-gewicht des Gelenkbusses von 18 Tonnen. Um ihre Lebensleistung zu erhalten, dürfen die Batterien jeweils nur um etwa 15 Prozent entladen werden. Nach aktuell simuliertem Einsatz werden die E-Busse der KVB im Durchschnitt 3,0 Kilowatt-Stunden Strom je Kilometer verbrauchen. Die Batterien werden im Verlauf des Linienweges wieder aufgeladen.

Der Hersteller VDL nutzt im Fahrzeugbau seine Erfahrungen mit Leichtbauweise, die das Mehrgewicht der Batterie an anderer Stelle teilweise ausgleicht. Zudem trägt das weg-fallende Gewicht des Verbrennungsmotors zum Gewichtsausgleich bei. Die KVB verfügt auf der anderen Seite über Erfahrungen in der Instandhaltung und Instandsetzung von Leichtbauelementen, da auch zwei konventionelle VDL-Leichtbaubusse zur KVB-Busflotte gehören. Zudem haben die Werkstattmitarbeiter der KVB ihre Fertigkeiten im Umgang mit elektrischen Busantrieben bereits durch den Einsatz von zwei Hybridbussen, bei denen ein elektrischer Antrieb mit einem klassischen Dieselmotor kombiniert wurde, entwickeln können. Hierfür wurden in der KVB-Buswerkstatt bereits zehn Mitarbeiter ausgebildet, deren Einsatzfeld sich nun erweitert.

Auf Basis dieses Gesamtkonzeptes beobachtet die ÖPNV-Branche die nun entstehenden Erfahrungen der KVB mit vollelektrischen Bussen mit großer Aufmerksamkeit.



Beitrag in der Fachzeitschrift

Regionalverkehr (Ausgabe 1-2016)

zum E-Bus-Projekt der KVB





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