Das Unternehmen
Leitstelle

Die Sicherheit des Betriebes ist einer der wichtigsten Grundsätze der Kölner Verkehrs-Betriebe.

 

Bereits 1980 hat die KVB als eines der ersten Unternehmen in Deutschland eine zentrale Leitstelle in Betrieb genommen, in der sämtliche Funktionen der Betriebsüberwachung und –steuerung zusammengefasst sind. Moderne Technik ermöglicht es, von der zentralen Leitstelle aus den gesamten U- und Stadt-Bahn-Bereich zu überwachen und zu steuern. Über Funk ist die zentrale Leitstelle mit allen Bahnen, Bussen und Servicefahrzeugen verbunden. Gleichzeitig werden von hier die Fahrstromversorgung und die Haltestelleneinrichtungen kontrolliert.

Fast 50 Mitarbeiter arbeiten in der Leitstelle in drei Schichten rund um die Uhr für einen planmäßigen Ablauf des Fahrbetriebes.



Daten zur Zentralen Leitstelle

werktäglich 2.800 Zugfahrten

über 50.000 Zugkilometer

in 16 Ortsstellwerken, 123 Weicheneinheiten und 444 Signalen

12 Antennenstandorte oberirdisch

5 Antennenstandorte unterirdische

42 Funkanlagen oberirdisch

68 Funkanlagen U-Bahn

Aufschaltmöglichkeit für 70 Notrufsprechstellen und über 170 Videoüberwachungskameras

Stadtbahnfahrzeuge mit 750 V Gleichspannung

50 Unterwerke

700 Stromeinspeisepunkte inkl. Längs- und Querkupplungen



Zuglenkung und Zugsicherung

Moderne Technik in der Zuglenkung macht den Betrieb eines komplexen Netzes erst möglich. Was steuert die Bahn? Mit dem Integrierten Bordinformationssystem (IBIS) sendet jede Bahn eine codierte Kennung aus. Meldeempfänger zwischen den Schienen nehmen den Code auf, der aus Linien- und Kursnummer sowie festgelegten Routen besteht. Über einen Rechner werden diese Informationen in Kommandos zur Weichen- und Signalstellung umgewandelt. So wird der Bahn der Fahrtweg geschaltet, ohne dass der Fahrer mit dem Stelleisen Weichen umlegen müsste. Nur in Ausnahmefällen schaltet er ein Signal oder eine Weiche per Schlüssel oder mit im IBIS-Gerät integrierten Weichenschaltern in die gewünschte Stellung.

 

An der Oberfläche wird auf Sicht gefahren. Die Signale werden als Querbalken für "Halt" und als senkrechter oder Schräg-Balken für "Fahrt-Geradeaus" bzw. "Fahrt-Abbiegerichtung" gegeben.

 

In der U-Bahn wird auf Signal gefahren, in Anlehnung an "auf Sicht" fahren. Die Signale zeigen Rot für "Halt", Gelb für "Langsamfahren" und Grün für "Fahrt". Die Strecke ist in Signalabschnitte unterteilt. Am Anfang eines jeden Signalabschnitts befindet sich jeweils ein Signal. Fährt die Bahn in einen Abschnitt A ein, springt das Signal hinter ihr auf "Rot" und verbietet der nachfolgenden Bahn die Einfahrt in diesen Abschnitt. Fährt die erste Bahn in den nächsten Abschnitt B ein, zeigt das Signal "Rot" für Abschnitt B und "Gelb" für den davorliegenden Abschnitt A, die nachfolgende Bahn muss langsam fahren und vorbereitet sein, dass das nächste Signal "Rot" zeigt. Auf der Panoramatafel in der Leitstelle sind die Fahrtbewegungen aufgrund von Rot-Ausleuchtungen bei sonst weiß dargestellten Gleisabschnitten zu erkennen.



Zugsicherung

Die Zugsicherungsanlage besteht aus den Stellwerken im Netz und der Fernsteuerung von der Leitstelle aus. Die gesamte Fernsteuerung ist in zwei unterschiedlichen Techniken aufgebaut: eine mit sicheren Mikrocomputern arbeitende Meldeeinrichtung und eine in platzsparender Relaistechnik aufgebaute Kommando- und Meldeeinrichtung.

 

Die Panoramameldetafel in der Leitstelle erfasst das gesamte Liniennetz der KVB und beinhaltet alle zur Bedienung eines Stellwerkes notwendigen Meldungen, da auch von der Warte aus Kommandos an die Stellwerke gegeben werden.

 

Alle Stellwerke im Netz können von den drei für die Zugsicherungstechnik zuständigen Bedienpulten gesteuert werden. Dazu werden grafische Abbildungen der Strecke mit allen erforderlichen Meldern, Signalen, Weichen usw. auf den Farbmonitor des jeweils aktiven Bedienpultes geschaltet. Dies wird auch auf der Panoramatafel angezeigt.

 

Vom Bedienpult in der Leitstelle werden Kommandos an das angewählte Stellwerk gegeben. Über eine Elementnummer werden Signale und Weichen angewählt. Sie erscheinen als Ziffernkombinationen im Display des Pultes, als blinkendes Symbol auf der Panoramatafel und farblich hinterlegt auf dem Monitor.

 

Das Fernübertragungssystem DUS 602 überprüft die Plausibilität des Kommandos und überträgt es signaltechnisch sicher zwischen der Leitstelle und den angeschlossenen Stellwerken. Die ankommenden Meldungen geben den Betriebszustand der Weichen, Signale, Zugortungseinrichtungen, Fahrstraßen usw. wieder. .



Signalfernsprechanlage
An jedem Signal steht ein Signalfernsprecher, von dem der Fahrer mit dem Stellwerk Kontakt aufnehmen kann. Der Stellwerksmeister spricht den Fahrer dann gezielt an. Alle übrigen Teilnehmer werden gesperrt, so dass ein Mithören durch Dritte und somit die Fehlleitung eines mündlichen Auftrages ausgeschlossen ist.

Videoüberwachung

Das Betriebsgeschehen in den U-Bahn-Stationen wird durch an den Bahnsteigköpfen installierte Videokameras überwacht. Der Verkehrsmeister wechselt immer wieder die beobachteten U-Bahnsteige auf seinen Monitoren.

Das Geschehen an den Notrufeinrichtungen wird durch eine separate Kamera erfasst. Auf den Bahnsteigen und in den Aufzügen sind Notrufsäulen installiert, von denen aus Fahrgäste in Notfällen und gefährlichen Situationen Kontakt zur Sicherheitszentrale in der Leitstelle aufnehmen und Hilfe herbeirufen können. Der in der Sicherheitszentrale eintreffende Notruf wird dem Verkehrsmeister angezeigt, die entsprechende Notrufkamera schaltet sich automatisch auf. Er kann nun mit dem Fahrgast sprechen und den Bahnsteig im Bereich der Notrufsprechstelle beobachten. Zur Dokumentation wird automatisch die Bildaufzeichnung auf einer Festplatte gespeichert.




360°-Ansicht der Leitstelle
(klicken Sie in der 360° Ansicht einfach ins Bild und bewegen den Mauszeiger bei gedrückter Taste nach rechts oder links)



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