Fahrgastrekord führt zu steigenden Erlösen und
weiter verbessertem Aufwanddeckungsgrad
KVB mit sehr gutem Jahresergebnis 2010
Das wirtschaftliche Ergebnis der Kölner Verkehrs-Betriebe AG für das Jahr 2010 ist erneut zufrieden stellend: 272,4 Millionen Fahrgäste nutzten die Busse und Bahnen der KVB. Auf dieser Basis konnte das Unternehmen erneut einen Bestwert bei den Umsätzen erreichen. Der Fahrgastzuwachs von 2,5 Prozent trägt maßgeblich zur Steigerung der Umsatzerlöse bei, die mit 215 Millionen Euro und einer Steigerung von 6,5 Prozent noch nie so hoch gewesen sind. In der Folge verbesserte sich der Aufwanddeckungsgrad um 3,2 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr und liegt nun bei 74,6 Prozent. Nahezu Dreiviertel der Ausgaben wurden somit durch eigene Einnahmen der KVB gedeckt.
Das Unternehmensergebnis konnte im Vergleich zum Vorjahr um 10,4 Prozent verbessert werden. Mit einer Unterdeckung von -86,9 Millionen Euro (Vorjahr -97 Mio. Euro) weist die Gewinn- und Verlustrechnung ein Unternehmensergebnis aus, das in keinem der vergangenen zwanzig Jahre so gut gewesen ist. Im Rahmen des Organschaftsvertrags wird der Verlust durch die Stadt-werke Köln GmbH abgedeckt. 
Die KVB setzt somit ihren wirtschaftlichen Kurs fort, der eine solide Basis des Unternehmens für Investitionen und Kundenorientierung bedeutet. Ihre Position als Kölner Mobilitätsdienstleister möchte die KVB weiter ausbauen.
In der mittelfristigen Ergebnisprognose werden die ausgesprochen guten Ergebnisse der letzten Jahre voraussichtlich so nicht wiederholbar sein, weil die geplanten Investitionen (neue Leitstelle, Umbau von Stadtbahnfahrzeugen, Neubeschaffung der Automaten, Umbau des Betriebshofes West) das Ergebnis mindern werden.
Kennzahlen aus dem Ergebnis
Die Erlöse der KVB aus Fahrgeldeinnahmen stiegen um 6,8 Prozent auf 184,5 Millionen Euro (Vorjahr 172,7 Mio. Euro). Zusammen mit den übrigen Verkehrs- und Umsatzerlösen erzielte die KVB 215 Millionen Euro (Vorjahr 201,9 Mio. Euro).
Beim Materialaufwand (100,8 Mio. Euro) konnten die Kosten nicht auf dem gleichen Niveau wie im Vorjahr gehalten werden, sondern stiegen unter anderem aufgrund von Preissteigerungen um 4,2 Prozent. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen (23,6 Mio. Euro) lagen auf der gleichen Höhe wie in 2009.
Die Verkehrsleistungen blieb mit insgesamt 53,6 Millionen Wagen-Km (34,3 Mio. Wagen-Km Stadtbahn und 19,3 Mio. Wagen-Km Bus) auf etwa dem gleichen Niveau wie im Vorjahr. Durch die gestiegene Fahrgastzahl und der Zunahme der Fahrgelderlöse erhöhte sich auf Basis dieser Verkehrsleistung die Produktivität je Mitarbeiter um 5,4 Prozent auf 71.400 Euro (Vorjahr 67.700 Euro).
Dafür dankt der Vorstand der KVB allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.
Mit diesem Ergebnis konnte auch 2010 wieder eine wesentliche Verbesserung im Verhältnis von Einnahmen zu Ausgaben erreicht werden. Im Vorjahr betrug die Verbesserung bereits knapp 2 Prozentpunkte. Die gute Einnahmen-Situation, erfolgreiche Restrukturierungsmaßnahmen der KVB und Ausgabendisziplin bei den Kosten ließen den Aufwanddeckungsgrad um 3,2 Prozentpunkte auf 74,6 Prozent anwachsen. Erneut beschreibt diese Größe einen Bestwert. Fast Dreiviertel der Kosten werden inzwischen durch eigene Einnahmen gedeckt.
Kundenzuspruch der KVB wächst überdurchschnittlich
Der Fahrgastzuspruch bei der KVB hebt sich positiv von der Entwicklung im Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS) und in der gesamten Branche ab. Die Zunahme der Fahrten mit Verkehrsmitteln der KVB im Jahr 2010 bedeutet ein Plus von 2,5 Prozent. Im VRS liegt der Zuwachs insgesamt unter 2 Prozent. Bezogen auf Deutschland verzeichnen alle im Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) organisierten Unternehmen 0,4 Prozent mehr Fahrten mit dem ÖPNV. Die 6,6 Millionen zusätzlichen Fahrten mit der KVB erbringen damit einen nennenswerten Anteil des deutschlandweiten Zuwachses von insgesamt 39 Millionen Fahrten; 16,9 Prozent des Branchenwachstums fanden 2010 allein bei der KVB statt. Das Verkehrsangebot der KVB entwickelt sich immer mehr zu einer echten Alternative zum Pkw.
300.000 Stammkunden fahren regelmäßig mit der KVB
Die positive Entwicklung bei der Kundenbindung zeigt sich seit Jahren im Zuwachs insbesondere der Kundengruppe mit Zeitkarten. Inzwischen besitzt die KVB 300.000 Stammkunden. Mehr als jeder vierte Kölner nutzt regelmäßig Busse und Bahnen des Unternehmens.
Der Bar-Verkauf von Einzel-und ViererTickets hat 2010 durch den stärkeren Zuspruch von Gelegenheitskunden im vergangenen harten Winter wieder leicht zugenommen (plus 2,5 % im Vergleich zum Vorjahr). Mit 25,6 Millionen Fahrgästen ist dieses Fahrscheinsegment jedoch kein Bereich großer Nachfrage.
Bei den Zeit-Ticket-Angeboten verbesserte sich erneut der Absatz der Zeit-Tickets für Erwachsene. 123,7 Millionen Kunden nutzen inzwischen diese Ticket-Form, 4,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Absatz der Zeit-Tickets
für Auszubildende verblieb mit 76,8 Millionen auf dem Niveau des Vorjahres.

Personalaufwand und Mitarbeiterzahlen
Die Zahl der Beschäftigten bei der KVB einschließlich der Auszubildenden nahm im Jahresdurchschnitt um 44 auf 3192 zu. Hervorzuheben ist die darin enthaltene Zahl von 124 Auszubildenden, von denen 48 in kaufmännischen und 76 in technischen Berufen ausgebildet werden. Im Vergleich zum Vorjahr stellte die KVB zehn zusätzliche Ausbildungsplätze zur Verfügung. Die KVB bildet im kaufmännischen und technischen Bereich seit Jahren freiwillig über ihren Bedarf hinaus aus und leistet damit einen bedeutsamen Beitrag für den Arbeitsmarkt und für die beruflichen Chancen der jungen Generation. Abgesehen von den Auszubildenden konzentrierte sich der Ersatz- und Neubedarf vor allem auf den Fahrer- und Servicebereich.
Der Personalaufwand sank im Berichtsjahr um 1,4 Millionen Euro (0,8 Prozent) auf 169,5 Millionen Euro. Gründe hierfür sind trotz Tarifsteigerungen u. a. die Nachwirkungen des Tarifvertrages Nahverkehr und geringere Aufwendungen für die Altersvorsorge.
Auch bei der Beschäftigung von Schwerbehinderten leistet die KVB mehr als gesetzlich vorgesehen: Die Pflichtzahl wird mit 202 besetzten Arbeitsplätzen für Schwerbehinderte (Vorjahr 192) wiederum um mehr als ein Viertel übertroffen.
Hohe Investitionen in Gegenwart und Zukunft
Insgesamt verblieben die Investitionsausgaben im Jahr 2010 mit 137 Millionen Euro (Vorjahr 151,6 Mio. Euro) auf hohem Niveau, auch wenn das Volumen um 9,7 Prozent unter dem des Jahres 2009 liegt. Die KVB nutzt ihre solide wirtschaftliche Basis für gezielte Investitionstätigkeiten, die den Kunden durch steigende Leistungsfähigkeit und noch stärkere Kundenorientierung zu Gute kommt.
Größtes Einzelprojekt war im Geschäftsjahr 2010 mit einem Volumen von 93,3 Millionen Euro erneut der Bau der Nord-Süd Stadtbahn. Der Rohbau der meisten Bauwerke dieser Strecke ist inzwischen abgeschlossen, der Ausbau hat begonnen.
Die Verlängerung bzw. der barrierefreie Ausbau der Stadtbahn-Linie 5 und diverse weitere Infrastruktur-Bauvorhaben einschließlich Fahrtreppenerneuerungen und Stellwerkneubau machten zusammen 26,7 Millionen Euro aus. Erfreulicher Effekt der KVB-Baumaßnahmen: Inzwischen sind die Stadtbahnen in 85 Prozent der Haltestellen und Bahnhöfe im Stadtbahnnetz barrierefrei zu erreichen.
Allein für die Verlängerung der Linie 5 wurden 18 Millionen Euro investiert.
Die KVB realisierte bei diesem Vorhaben eine bundesweit einmalige Beteiligung der privaten Wirtschaft. Ortsansässige Unternehmen brachten einen Finanzierungszuschuss von annähernd 5 Millionen Euro auf, um den sich der Investitionsanteil der KVB reduzierte und eine schnelle Verwirklichung der Verlängerung erst möglich machte.
Zur Verbesserung der modulare Fahrgastinformation (MOFIS) errichtete die KVB im Jahr 2010 insgesamt 38 MOFIS-Anzeiger im Busnetz, 40 MOFIS-Anzeiger im Stadt-bahnnetz und zwei Großflächenanzeiger. Hierfür wurden etwa 1,7 Millionen Euro investiert.
Für die Beschaffung von 15 Hochflur-Stadtbahnwagen, die Sanierung der Fahrzeugserie 2100 und 15 neue Niederflur-Gelenkbusse wandte die KVB insgesamt 7,6 Millionen Euro auf. Insbesondere die Fahrzeugsanierung stach aus dem Geschäftsjahr 2010 heraus, in dem das erste Fahrzeug als Prototyp komplett demontiert, in seinen Einzelteilen erfasst und vermessen sowie der Neuaufbau mit den Behörden abgestimmt wurde. Die KVB hat sich – neben nur wenigen weiteren Verkehrsunternehmen – für diesen Weg der wirtschaftlichen Fahrzeuginvestitionen entschieden, da sich die Kombination aus bewährtem Material in Verbindung mit moderner Technik betriebswirtschaftlich rechnet und dies zudem eine gute Auslastung der hochspezialisierten KVB-Werkstatt sicherstellt.
In den Neu- und Umbau des Omnibus-Betriebshofes Nord investierte das Unternehmen im Berichtsjahr 3,2 Millionen Euro. In nur 16 Monaten wurde die bestehende Werkstatt aus den 50er Jahren bei gleichzeitig aufrecht erhaltenem Werkstattbetrieb modernisiert und teilweise neu aufgebaut. Bei kleinerer Gesamtfläche
entstand hier mehr Platz für die laufend anfallenden Arbeiten. Zugleich konnten die Abläufe im Betriebshof optimiert werden. Die neue Werkstatt stellt eine der modernsten Buswerkstätten Deutschlands dar.
KVB verstärkt Sicherheit und Service
Die Sicherheit der Fahrgäste und ihr subjektives Sicherheitsempfinden gehören zu den bedeutenden Themen der KVB. Im Servicebereich hat das Unternehmen die Anzahl der Zugbegleiter von 18 auf 36 Mitarbeiter erhöht. Zusammen mit dem mobilen Service und den Bahnhofsmanagern sorgen insgesamt rund 110 Sicherheits- und Servicekräfte im KVB-Netz für ein positives Sicherheitsempfinden der Kunden und schnelle Hilfeleistung im Bedarfsfall.
KVB entwickelt Angebot beständig weiter
Ein wesentlicher Faktor für den wirtschaftlichen Erfolg der KVB ist ihr gutes Verkehrsangebot. Frühzeitig werden Entwicklungen erkannt und aufgegriffen, um das Verkehrsnetz auf Basis der Bedürfnisse der Bürger weiterzuentwickeln. Der Fokus liegt dabei auf der Schaffung bereits dringend benötigter Kapazitäten und Anbindungen.
Der Verkehrsausschuss der Stadt Köln hat bereits eine Erweiterung der Unibuslinie zum Chlowigplatz wie auch der Verlängerung der Linie 106 zum Breslauer Platz, die eine direkte Anbindung des Rheinauhafens mit dem Hauptbahnhof ermöglicht, beschlossenen. Beide Vorhaben werden bis Ende des Jahres von der KVB verwirklicht.
Noch vor den Sommerferien soll vom Rat der Stadt Köln die Verdichtung des Nachtverkehrstaktes auf 30 Minuten an Wochenenden beschlossen werden, damit das erweiterte Angebot noch vor Ende 2011 zur Umsetzung kommen kann.
Auf der Agenda steht auch die Anbindung Mengenichs an das Stadtbahnnetz, die von der Stadt bis Ende 2013 gebaut und dann von der KVB mit der Linie 3 bedient werden soll.
Beabsichtigt ist ferner der Umbau der zentralen Ost-West-Achse zwischen Deutz und dem Aachener Weiher, um hier zukünftig längere Züge in Dreifachtraktion einsetzten und zugleich städtebauliche Verbesserungen umzusetzen zu können. Die hierzu erforderliche – sehr umfangreiche – Untersuchung soll gemeinsam mit der Stadt noch vor den Sommerferien auf den Weg gebracht werden.
Im mittelfristigen Zeitraum bedarf die Infrastruktur einer nennenswerten Erneuerung. Insbesondere der weitere zügige Ausbau zur Barrierefreiheit an Fahrzeuge und Haltestellen als Reaktion auf den fortschreitenden demographischen Wandel steht hier im Mittelpunkt.

